Erfahrungsbericht Eseltour Juli 2010 (Herr K. aus Berlin)

„Naja“, dachte ich, „mit dem Esel laufen, was soll denn das? Erscheint mir irgendwie komisch, aber was soll´s. Ich probiere es einfach mal. Führen ist ja ein Thema, mit dem ich mich auseinandersetzen(muss!). Ich kann das Thema ja nicht wegleugnen, also warum mich nicht mal anders annähern.“ Ich konnte mir aber nicht so wirklich vorstellen, was da auf mich zukommt.

Der Tag begann um 9 Uhr. Start mit einem der Esel und einem weiteren Teilnehmer sowie Rainer Jeschonek als Coach. Nach einer kurzen Einführung zum Umgang mit dem Esel von der Besitzerin und ging es los. Gepäck auf dem Esel, Routenplan in der Hand, für eine Strecke von zehn Kilomtern am ersten Tag. Ganz schön wenig, dachte ich, wandere ja gerne einmal 25 bis 30 Kilometer am Tag.

Was soll ich sagen, dass alles nicht so lief wie von mir gedacht, stellte ich SEHR früh fest. In der Führung des Esels wechselte ich mich mit dem anderen Teilnehmer ab. Klar, wollte ich zuerst führen, war eigentlich logisch für mich. Doch das war schon der erste Punkt: immer der Erste sein, klares Ziel vor den Augen und los geht’s!

Aber der Esel wollte nicht so und blieb stehen. Also, was tun? Abwarten, auf ihn eingehen, zerren? Ich war hinundhergerissen und abgenervt. Warum tut der nicht, was ich sage verdammt? Und wie bringe ich ihn dahin? Dann noch gute Ratschläge vom anderen Teilnehmer. Ich war schon nach zwei Stunden erledigt und abgenervt. Lange Rede, kurzer Sinn, ich wurde mit meiner Ungeduld, nicht abwarten zu können und vor allem meinem Ego „Ich will aber – jetzt“, recht stark konfrontiert. Der andere Teilnehmer blieb ruhig, sehr ruhig, wartete für meine Begriffe ewig, bis er etwas unternahm. „Na klar“, dacht ich, „mangelnde Führungsstärke.“ Er konnte mir hinterher aber gut seine Gründe dafür erklären und eine andere Perspektive geben.

Fazit: Für mich waren die drei Tage sehr erhellend!  Ichhabe mich neu und besser kennengelernt.  Ich habe gespiegelt bekommen, was vor allem was passiert, wenn ich mich so oder so verhalte, habe gesehen, was dies für Auswirkungen hat. Die Kleingruppe war super, unser Coach klasse! Ich habe super Anregungen bekommen, intensive Tage erlebt und einiges zum Umsetzen für meinen Unternehmensalltag mitgenommen. Und: Es hat Spass gemacht!