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Börse 2010! Was wird in 2011?

Das Jahr 2010 ist vorbei und damit das zweite Jahr nach der Krise. Aber damit endet nicht das Reden von der Krise, nicht in den Medien und auch nicht in den persönlichen Gesprächen. Immer noch ist es unfassbar, wie schnell Werte an den Kapitalmärkten vernichtet werden können. Vor diesem Hintergrund fällt es vielen Anlegern immer noch schwer, nach vorn zu sehen.
 
Das Jahr 2010 hat uns weitere Gewinne an den Börsen gebracht, was viele nicht glaubten und noch jetzt nicht wahrhaben wollen. Und es geht weiter, wenn auch wahrscheinlich nicht mehr im Tempo der letzten zwei Jahre. Es gibt noch genügend alte Probleme aus der Krise, die noch nicht bewältigt wurden, aber schwerer wiegen neue Sorgen: die Stabilität des Euro, die Bonität südeuropäischer Staaten, die politische Ohnmacht hierzulande und natürlich die Angst vor einer neuen Finanzkrise.
 
Alle diese Fakten sorgen für Angst an den Kapitalmärkten, Angst vor politischen Fehlentscheidungen, Angst vor Abwertungen, Angst vor Währungsveränderungen,… . Und trotz dieser Angst werden die Kurse weiter steigen. Weil Investoren einfach mehr Angst haben, etwas zu verpassen.
 
Das gipfelt sogar in absurde Situationen: Beispielsweise will der weltgrößte Manager von Rentenanlagen PimCo künftig in seinen Rentenfonds auch Aktien kaufen, weil man befürchtet, nur so eine vernünftige Rendite erzielen zu können.
 
Aber da sind wir schon bei dem größtem Problem des Jahres 2011: die unsichere Zinsentwicklung. Steigen die Zinsen, entspricht das sicher der aktuell besseren wirtschaftlichen Entwicklung in Europa, Amerika und vielen Schwellenmärkten. Das jedoch könnte für angeschlagene Volkswirtschaften (Süd- und Osteuropa) verheerende Folgen haben. Auch für Investoren im Rentenbereich (Versicherungen) wäre das schmerzlich. Jedoch kann nur so neuen Blasen vorgebeugt werden.
Fallen die Zinsen (tendenziell weiter), würde das sicher die angespannten staatlichen Haushalte entlasten, jedoch auch neue Krisen beschleunigen und verstärken. Der Kapitalmarkt würde dies zwar kurzfristig danken, jedoch sind die langfristigen Folgen zumeist negativ.
 
Wie auch immer die Märkte sich bewegen, die Frage nach der Zinsentwicklung wird in 2011 wohl die wichtigste bleiben. Wir erwarten moderat steigende Zinsen und haben deshalb auch die Depots entsprechend ohne anfällige Staatsanleihen ausgerichtet. Attraktivere und sichere Anleihen gibt es aktuell von großen und mittelständischen Unternehmen.
 
Die Nachfrage nach Aktien ist weiterhin hoch. Das wird wohl auch dieses Jahr so bleiben. Besonders die Dividende wird künftig als Bewertungsmaßstab herhalten müssen. Regelmäßige attraktive Erträge sind für viele Investoren wichtig geworden, da die Zinsen von (Staats-) Anleihen zu wenig bieten. Da bei vielen großen Unternehmen auch noch die Krise zu neuem Wachstum im Geschäftsmodell führte, erscheint auch für bisher Ängstliche das Aktienrisiko nicht mehr so hoch zu sein. Wichtig hier nur: die sogenannten Schwellenmärkte wachsen scheinbar unaufhaltsam, was sich aber nicht auf die Aktien übertragen muss. Wir werden weiter lieber die „Schippenverkäufer“ kaufen, als selbst nach dem einen großen Fund zu schaufeln. Sprich: europäische Technologieführer sind besser als chinesische Verarbeiter.
 
Auch in Rohstoffe werden wir wohl verstärkt im neuen Jahr investieren, aber erst, wenn keiner mehr darüber redet. Derzeit kauft scheinbar jeder BWL-Student Gold und Silber, das ruft fast nach einer Preiskorrektur. Zumindest sind alle Rohstoffpreise für die Verbraucher und die Industrie teuer geworden, normalerweise Zeit für neue Orientierungen. Wir sehen das bereits bei den schwierig zu bekommenden Rohstoffen: die Industrie investiert lieber in Forschung nach Ersatz statt in neue Quellen. Auch locken hohe Preise stets neue Produzenten auf den Markt, was mittelfristig das Angebot erhöht. Auch das keine gute Voraussetzung für endlos steigende Preise. Es wird noch Gelegenheiten geben, die man hier nutzen kann.
 

Die von uns betreuten Depots haben sich im vergangenen Quartal generell positiv entwickelt. Unser Verzicht auf Staatsanleihen hat dazu geführt, dass wir kaum Kursverluste bei Anleihen durch den Zinsanstieg der letzten Wochen hinnehmen mussten. Die von uns bevorzugten Unternehmensanleihen haben sich gut gehalten und wir konnten auch noch einige attraktive Anleihen in den letzten Wochen ergänzen. Im Durchschnitt haben wir bei ausgewogener Depotstruktur netto (nach Steuern und Kosten) zweistellige Renditen fürs Gesamtjahr 2010 erzielt.

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