Das hat mich wütend gemacht!
Viel wird derzeit über Sarrazin und sein Buch diskutiert. Die meisten seiner Thesen sind unhaltbar, das Grundproblem aber stimmt – wir haben ein Integrationsproblem! Dies ist seit mindestens 20 Jahren bekannt – zumindest bei den Menschen/Praktikern, die sich damit beschäftigen und zu tun haben. Ich war selbst Bewährungshelferin für jugendliche Intensivtäter mit Migrationshintergrund – sprich ich weiß, von was ich spreche.Was läuft für mich schief in der Schulsituation? Angefangen damit, dass es erlaubt wurde und wird, Kinder ohne deutsche Sprachkenntnisse einzuschulen (ein Jahr verpflichtende Vorschule wurde als Eingriff in die elterliche Fürsorge gesehen). Damit war der Weg vorprogrammiert: Die Kinder hatten von Anfang an Schwierigkeiten, dem Schulstoff zu folgen. Die Eltern konnten nicht helfen. Sie waren teils ebenfalls der deutschen Sprache nicht mächtig. Die Kinder behinderten dadurch die deutschsprachigen Kinder im Lerntempo. Die deutschen Eltern nahmen Ihre Kinder daraufhin aus den Schulen heraus (ich habe dies mit meinen beiden Söhnen nach der vierten Klasse ebenfalls getan). Die Folgen: Klassen und Schulen in denen fast keine deutschsprachigen Kinder zu finden sind. Nichts wurde getan, um dies zu verändern. Es wurde einfach zugeschaut und sozial verbrämt. Kein Mut auf Seiten der Politik, aktiv dafür zu sorgen, dass dieses Problem verschwindet und den Kids eine echte Chance eingeräumt wird. Gelder wurden dann zur Verfügung gestellt, wenn das Kind sozusagen in den Brunnen gefallen war (Jugendgefängnis, Gerichtshilfe, Erziehungsheime etc.) Leider hat sich gar nichts geändert!
Danke Christa. Es wurde in der Tat viel über dieses Thema geredet, gerade jetzt aber wieder nur geredet. Abgesehen von den soziale Folgen der falschen Integrationspolitik interessiert mich als Unternehmer und Investor ja auch die wirtschaftliche Komponente der Versäumnisse. Warum müssen wir überhaupt Sozialarbeiter anstellen? Wer soll eigentlich künftig die Autos und Maschinen zusammenschrauben? Wer soll sich eigentlich noch unsere heimischen Produkte leisten? So böse das Thema für den Einzelnen, auch in der Gesamtheit wird es nicht verstanden. Aber keine Kritik ohne Verbesserungsvorschlag: Integration heisst auch, aufeinander zu gehen. Aber daran hindert uns noch viel zu oft unser vorurteilsbehafteter Sachverstand. Gerade die angesprochene junge Generation kann wenig für den Zustand. Allein schon das Angebot eines Praktikums kann etwas bewirken: Motivation. Wir können ohne Zuwanderer nicht leben, wir können es uns also nicht leisten, sie auszugrenzen.