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Deutsche Aktien profitieren von der Euroschwäche

Wie schon im letzten Quartal vermutet, ist der Weg aus der Rezession steinig. Dabei haben wieder einmal die Unternehmen insbesondere in Europa gute Ergebnisse und eine bessere Auftragslage vermelden können. Aber alles Positive im vergangenen Quartal wurde an den Kapitalmärkten überschattet von den Auswirkungen der griechischen Tragödie.
 
Wir haben in den letzten Wochen viele düstere Darstellungen und Prognosen über beinahe jedes Industrieland hinsichtlich steigender Verschuldung, Alterung der Gesellschaft, drohender Inflation und steigender Arbeits-losigkeit gehört. Vor diesem Hintergrund hielten sich die Kapitalmärkte noch erstaunlich gut, ganz so, als ob eine große Zahl der Anleger die Schlagzeilen in den Medien ignoriert.
 
Einige deutsche Aktien profitieren zum Teil von der Euro-Schwäche der vergangenen Monate und werden es mit weiterer Verbesserung der Geschäftszahlen in den kommenden Monaten auch weiter tun. Wir befinden uns halt noch nicht in einem selbsttragenden Aufschwung, aber allein im Vergleich mit den Krisenjahren 2008 und 2009 sind die gemeldeten Ergebnisse super. Die deutsche Industrie hat sich scheinbar gesundgespart.
 
Insgesamt war es aber an den Kapitalmärkten kein gutes Quartal, alle Aktien-Indizes sind (teilweise deutlich) im Minus.
 
Was bedeutet das für das Thema Geldanlage in den nächsten Monaten?
 
Wenn wie jetzt zu sehen die Unternehmensgewinne nachhaltig steigen und die Zinsen historisch niedrig sind, sollten Aktien bei der Anlage übergewichtet werden. Diese werden auch weiterhin stärker als Anleihen schwanken, aber allein der Vergleich der Bewertungen erklärt die Vorteile. Mit dem heutigen Kauf einer Bundesanleihe mit Laufzeit von fünf Jahren erzielt man als Anleger derzeit etwa 1,58 % p.a. (incl. Risiko von Kursverlusten bei Verkauf vor Fälligkeit).
 
Demgegenüber liegt die erwartete Dividendenrendite aller DAX-Werte bei durchschnittlich etwa 4,6 %. Auch diese Dividendenerwartung ist krisenbedingt geringer als beispielsweise 2006 oder 2007, aber trotzdem aktuell das Dreifache einer Festzinsanlage. Daneben besteht natürlich auch noch die Möglichkeit von Kurssteigerungen bei weiter anziehender Konjunktur. Bezieht man in diese Berechnung nicht die Dividende, sondern die erwarteten Gesamterlöse der Unternehmen mit ein, wird die Gegenrechnung noch eindeutiger. Gemessen am zu erwartenden Gewinn sind deutsche Standartaktien heute viermal attraktiver als Staatsanleihen.
 
Vor diesem Hintergrund wollen wir noch einmal auf das Thema Sachwerte aufmerksam machen. Aktuell sind auch hier attraktive Angebote verfügbar, um mit geringem Kapitaleinsatz rentable Sachinvestitionen zu begleiten. Die Situation ist deshalb heute besonders günstig, da die sonst als Konkurrenten auftretenden Großinvestoren („Heuschrecken“) aufgrund Kreditklemme ausfallen.
 
Ein Wort noch zum Thema Gold. Oft wird Gold als ultimativ sichere Anlage gerade in Krisenzeiten angepriesen. Derzeit spricht jedoch nicht nur der hohe Preis gegen ein Engagement, sondern auch das Verhalten der Anbieter. Kauft man heute Barren oder Münzen, werden Aufschläge von bis zu 50 % auf den Materialpreis verlangt, wenn überhaupt das Material lieferbar ist. Andererseits tummeln sich plötzlich Anbieter im Markt, die nicht als seriös zu bezeichnen sind. Das wird in der eingeredeten Angst vor Inflation oft übersehen.
 
In den von uns betreuten Depots konnten wir uns den negativen Aktienmärkten weitgehend entziehen. Während beispielsweise europäische Aktien über 12 % im letzten Quartal verloren oder die Börse in Shanghai gar 23 % einbüßte, hielten sich die derzeit von uns gehaltenen Werte auf Vorquartalsniveau. Einzig die Anleihekurse unserer Unternehmensanleihen gaben moderat nach.

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