Finanzmarktkrise hinterlässt Spuren im Unternehmensbestand
Erstmals seit dem Ausweis des Unternehmensregisters ist die Zahl der Unternehmen gesunken. So verzeichnet das Unternehmensregister für das Jahr 2009 im Vergleich zum Vorjahr 1,1 % weniger kleine und mittlere Unternehmen (KMU) und sogar 7,1 % weniger Großunternehmen. Dieser rückläufige Unternehmensbestand im Allgemeinen und bei den Großunternehmen im Besonderen bedeutet allerdings nicht, dass verstärkt Großunternehmen aus dem Markt getreten sind. Vielmehr ist zu vermuten, dass aufgrund von rückläufigen Umsatz- bzw. Beschäftigtenzahlen infolge der Finanzmarktkrise vermehrt Großunternehmen die Schwellenwerte unterschritten haben und folglich nunmehr als KMU im Unternehmensregister geführt werden.Eine detaillierte Analyse der Umsatz- und Beschäftigungsentwicklung bestätigt dies: So haben die rund 3,597 Mio. Unternehmen im Jahr 2009 Umsätze in Höhe von rd. 4.978,9 Mrd. € erlöst. Im Vergleich zum Vorjahr ist der Gesamtumsatz damit erstmals seit Ausweis im Unternehmensregister gesunken (-7,2 %). Der Umsatzrückgang war im Segment der Großunternehmen wesentlich größer als im Segment der KMU (-8,8 % vs. -4,5 %). Die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung ist hingegen mit -0,7 % nur leicht rückläufig gewesen. Auch hier geht diese Entwicklung hauptsächlich auf den Rückgang der Beschäftigtenzahlen in dem Segment der Großunternehmen zurück (-3,0 %), denn das Segment der KMU konnte ein Plus von 0,8 % verzeichnen. Dieser Sachverhalt wird gemeinhin als "deutsches Beschäftigungswunder" bezeichnet. Eine solch starke Entkopplung von Umsatz- und Beschäftigungsentwicklung in einer ausgeprägten Abschwungphase, wie sie das Jahr 2009 darstellte, war im europäischen und nordamerikanischen Raum jedenfalls nicht zu beobachten gewesen.
Schlüselzahlen des Mittelstandes – grafische Auswertungen des IfM Bonn