Universelles Lebensgesetz: Freie Entscheidungen
Eigene Entscheidungen zu treffen ist ein Privileg für uns Menschen. Die meisten Geschöpfe dieser Erde lassen sich von der Natur leiten, sie handeln nach Instinkt. Unser freier Wille soll regieren, wir wollen ihn nutzen, um uns frei entfalten zu können. Freier Wille, das bedeutet, unserer innersten Intuition zu folgen oder aber nach Sehnsüchten, Ängsten und Gewohnheiten zu entscheiden.Doch, wie frei entscheiden wir wirklich?
Ich bevorzuge es, meinem Bauch zu folgen, mich von der Intuition leiten zu lassen. Es ist, wie der höheren Weisheit zu folgen und mich nicht gegen den Fluss zu wehren. Intuitiv zu handeln heißt für mich, die Kraft des Unbewussten zu nutzen. Die innere Stimme besitzt viel mehr Informationen, als wir bewusst erfassen können.
Es ist wie bei einem Sportler während des Spiels. Für das Denken bleibt ihm keine Zeit. Doch worauf beruht dann seine Entscheidung, vielleicht nach links statt nach rechts zu laufen, die Komplexität aller Einflüsse (Lauf des Gegners, Stellung der eigenen Teammitglieder usw.) zu erfassen und analysieren und sich im Ergebnis eben für links entschieden zu haben? Er kann nicht analysieren, abwägen und denken. Er bekommt seine Entscheidung aus dem Unterbewusstsein. Dort liegen tausende über tausende Informationen gespeichert, derer er sich in diesem Moment bedienen kann. Hier werden auch Informationen verarbeitet, die wir unbewusst aufnehmen – wie z.B. die Ausstrahlung des Gegners (wie viel Energie hat er noch, wie groß ist sein Kampfeswillen). Alles zusammen verarbeitet in Millisekunden, lässt ihn nach links laufen und das Tor treffen. Hinterher kann er nicht einmal sagen, wie er es gemacht hat.
Er hat sich führen lassen, vom Unterbewusstsein, handelte rein intuitiv und lag richtig.
Bei Entscheidungen durch Denkprozesse sind wir am ständigen Abwägen. Wir nehmen uns die Zeit zu denken und glauben am Ende, frei entschieden zu haben. Das, was vielfach die freie Entscheidung sein soll, ist das Befolgen von Wünschen, Zielen, dem Beibehalten von Gewohnheiten oder der Beschwichtigung unserer Ängste. Das ist für mich keine freie Entscheidung, wenn mich Angst bestimmt. Dann bin ich selbst die Beschränkung meiner Freiheit. Hier wehre ich mich gegen die höhere Weisheit, ignoriere sie für einen sofortigen Genuss oder dem Erzielen meiner Vorstellungen. Das führt uns zu erneuten Hindernissen und Prüfungen. Aber auch das ist dann wiederum gut, wenn wir aus ihnen lernen. Ängste sind natürlich und es ist gut, dass es sie gibt. Doch es nutzt nichts, wenn wir entscheiden, um Ängste zu beruhigen oder ihnen aus dem Weg gehen zu wollen. Frei entscheiden kann ich erst, wenn ich die Ängste zulasse, sie ohne Urteil auf mich wirken lasse und sie annehme.
Es ist egal, wie ich mich entscheide, denn wir müssen gar nichts. So, wie wir nicht morgens zur Arbeit gehen müssen, uns niemand zwingt, ein bestimmtes Auto zu fahren oder ein Haus zu bauen oder zu heiraten. Jedes Tun oder Unterlassen hat Folgen und derer müssen wir uns bewusst sein. Erst wenn wir bereit sind, die Konsequenzen für unsere Entscheidungen zu akzeptieren und zu tragen, können wir frei entscheiden. Wir müssen uns bewusst sein, dass wir jederzeit anders entscheiden können. Wenn uns das gelingt, ist unser Leben keine bloße Verpflichtung mehr sondern eine wundervolle tägliche Chance.
Intuition – die sicherste Entscheidungshilfe
Wer kennt das nicht? Die Entscheidung, hier- oder dorthin in Urlaub zu fahren oder dieses oder jenes Möbelstück zu kaufen, kann einem schon mal den Schlaf rauben. Das alte Sprichwort „Wer die Wahl hat, hat die Qual“ bewahrheitet sich im täglichen Leben immer wieder. Auch in der Wissenschaft werden auf den verschiedensten Gebiete Methoden zur Entscheidungshilfe entwickelt.
Dabei ist es so einfach – höre in dich hinein und wähle das, wobei du ein besseres Gefühl hast.
Bevor dies mein Leitspruch wurde, habe ich einige leidvolle, bzw. kostspielige Erfahrungen machen müssen. Ein einschneidendes Erlebnis dieser Art war meine Wohnungssuche vor einigen Jahren.
In einem Haus waren gleich 2 Wohnungen frei, eine kleine im Hinterhaus und eine größere im Vorderhaus. Die Gegend war beliebt, also war ein Massenbesichtigungstermin anberaumt worden. Ich schob mich mit mind. 20 anderen die Treppe zum Hinterhaus hinauf und betrat die Räume. Mein erster Gedanke: „Ach, ist die süß!“ Ich fühlte mich sofort wohl. Die Zimmer waren zwar klein, aber irgendwie gemütlich. Ich entwickelte sofort Ideen, wo ich was hinstellen und was ich wie verändern würde.
Dann ging's hinauf in die größere Vorderhauswohnung. „O.k.“, dachte ich ganz unemotional, „die ist eigentlich genau so, wie ich es mir vorgestellt habe.“ Die Größe stimmte, die Aufteilung war gut, alles war da, was man brauchte. Und doch…. irgendwie machte sich bei mir nicht wirklich Begeisterung breit. Ich fing an, die Vor- und Nachteile verstandesmäßig abzuwägen. Die Vorderhauswohnung hatte einen Balkon, sie war größer, im Bad gab es eine Wanne und und und… Aber die Hinterhauswohnung ging mir nicht aus dem Sinn. Wegen der Masse der Bewerber musste ich schnell entscheiden. Die ganze Nacht wälzte ich mich unruhig hin und her. In der kleinen Wohnung hatte ich mich so wohl gefühlt, aber die hatte keinen Balkon und im Bad nur ein Dusche… Die große Wohnung brauchte ich ja eigentlich auch, weil meine Söhne ja mal bei mir übernachten sollten. Aber die kleine Wohnung war so schnuckelig…
Am Morgen habe ich dann das Bewerbungsschreiben abgeschickt – für die große Vorderhauswohnung. Ich habe sie auch bekommen, aufwändig renoviert und schön eingerichtet. Und dann habe ich jeden Tag sehnsüchtig auf die Hinterhauswohnung geschaut und gedacht: „Hättest du doch lieber die genommen.“ Eine Fehlentscheidung – ganz klar. Nach einem Jahr bin ich wieder ausgezogen und dann in eine Wohnung, bei der mir mein Bauch gesagt hat – die ist es! Dort wohne ich noch heute.